SEO-Audits: Wie sinnvoll sind sie heute noch?
In diesem Artikel erfährst du, wann SEO-Audits wirklich sinnvoll sind und wann sie Zeitverschwendung darstellen. Du lernst, wie du sie strategisch einsetzt, um Fehler zu erkennen und dein Ranking zu verbessern. Entdecke, warum ein Audit kein Wachstum garantiert und wie du es optimal für deine SEO-Strategie nutzt. Lies weiter, um mehr zu erfahren.
Zuletzt aktualisiert am 05.01.2026
Veröffentlicht am 18.05.2025

Kurz & Knapp
- SEO-Audits sind nur dann sinnvoll, wenn sie spezifische Fragen beantworten und in strategische Kontexte eingebunden sind, z.B. nach Relaunches oder bei Ranking-Problemen.
- Oberflächliche, technische Audits, die nur Fehler auflisten, sind meist Zeitverschwendung, da moderne Tools diese Fehler automatisch erkennen.
- Zukünftig werden bei SEO auch die Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen und die Fähigkeit, Inhalte für KI-Systeme verständlich zu machen, eine wichtige Rolle spielen.
Sind SEO-Audits Geldverschwendung? In der englischsprachigen SEO-Szene wird das Thema kontrovers diskutiert. Eli Schwartz, ein bekannter US-amerikanischer SEO-Berater, hat einen vielbeachteten Artikel veröffentlicht, in dem er SEO-Audits kritisiert. Auf LinkedIn liest man Aussagen wie "In 95% aller Fälle sind SEO-Audits verschwendete Zeit."
Da ich selbst SEO-Audits anbiete, habe ich mich intensiv mit dieser Kritik auseinandergesetzt. Mein Fazit: Die Kritik ist teilweise berechtigt – aber sie trifft nicht das eigentliche Problem. In diesem Artikel zeige ich dir, wann SEO-Audits wirklich sinnvoll sind, wann sie reine Zeitverschwendung sind und wie du sie am besten einsetzt.
Die häufigste Kritik an SEO-Audits
Die Kritikpunkte, die ich auf LinkedIn und in Fachartikeln lese, sind oft berechtigt. Eli Schwartz bringt es auf den Punkt: SEO-Audits sind keine Strategie, sie sind kostspielig und fokussieren sich häufig auf die falschen Metriken.
Das größte Missverständnis, das ich bei Unternehmen sehe: Sie denken, ein SEO-Audit führt automatisch zu Wachstum. Das ist der falsche Denkansatz. Ein SEO-Audit identifiziert Fehler und potenzielle Probleme. Es entwickelt keine Wachstumsstrategie.
SEO-Wachstum entsteht vor allem dann, wenn du aktiv an neuen Sachen arbeitest: neue Inhalte schaffen, mehr URLs in den Index bringen, Backlinks aufbauen, die Brand stärken. Diese Bausteine enthält ein klassisches SEO-Audit nicht.
Das Problem mit oberflächlichen SEO-Audits
Das klassische SEO-Audit, das viele Agenturen heute noch verkaufen, ist tatsächlich oft Zeitverschwendung. Da wird mit einem Crawling-Tool gearbeitet, alle URLs extrahiert, Seiten ohne H1 aufgelistet, Weiterleitungen dokumentiert, PageSpeed analysiert.
Das Problem: Solche Analysen kann mittlerweile jeder machen. In Ahrefs, Semrush und anderen Tools gibt es längst Audit-Funktionen. Diese werden in den nächsten Jahren noch besser. Sie listen automatisch alle Fehler auf. Dafür brauchst du keinen externen Berater.
Die spannendere Frage ist nicht "Was sind die Fehler?" sondern "Woran macht es Sinn zu arbeiten?" Und genau diese Frage beantwortet ein oberflächliches Audit nicht.
SEO-Audits als Baustein einer Strategie – nicht als Ersatz
Ich komme ursprünglich aus dem Qualitätsmanagement in der Lebensmittelindustrie. Da haben wir regelmäßig interne Audits durchgeführt – alle paar Tage in verschiedenen Bereichen. Aber immer mit einem spezifischen Fokus. Wir sind durch die Produktion gegangen und haben geprüft: Wie sieht unser Schädlingsmanagement aus? Sind alle Schädlingsköder ausgestellt? Funktionieren sie noch? Sind sie noch gültig?
Genau so sollte man auch SEO-Audits angehen: sehr spezifisch und mit einer konkreten Fragestellung. Dann kann man Fehler analysieren und einen Maßnahmenplan entwickeln.
Im Rahmen meiner SEO-Strategieentwicklung führe ich immer ein Audit durch. Aber wir erarbeiten im Vorgespräch bereits konkrete Fragestellungen. Ein Beispiel: Ich wurde etwa drei Monate nach einem Website-Relaunch in ein Projekt geholt. Die zentrale Frage war, ob der Relaunch schuld am Rückgang des Traffics sei. So konnte ich mich bei der Analyse auf alle Veränderungen konzentrieren, die durch den Relaunch verursacht wurden.
Wann SEO-Audits wirklich sinnvoll sind
Trotz aller Kritik gibt es Szenarien, in denen ein SEO-Audit seinen Platz hat.
Nach einem Website-Relaunch solltest du eine Qualitätssicherung durchführen. Wenn neue Layouts eingefügt wurden, das CMS sich geändert hat, das HTML angepasst wurde oder neue JavaScript-Elemente auf der Seite sind – dann lohnt es sich, genau hinzuschauen. Ich habe selbst schon erlebt, dass ein oder zwei technische Probleme so stark geklemmt haben, dass sie das Ranking verhindert haben.
Wenn neue technische Features auf der Website ausgerollt werden, solltest du diese ebenfalls näher betrachten. Entwickler interessieren sich oft nicht für SEO-Best-Practices – das ist nicht böse gemeint, aber es ist einfach nicht ihr Fokus. Da entstehen schnell Fehler, die das Ranking limitieren können. Zum Beispiel Staging-Instanzen, die versehentlich live gehen.
Wenn du den Verdacht hast, dass ein besseres Ranking durch bestimmte Faktoren verhindert wird, macht ein gezieltes Audit Sinn. Beispiele: langsame Ladezeiten, Content-Unzugänglichkeiten, sich gegenseitig bekämpfende URLs, die ständig im Ranking wechseln.
Der entscheidende Punkt: SEO-Audits brauchen immer eine konkrete Fragestellung. Je spezifischer diese Fragestellung ist, desto genauer kann der SEO-Experte arbeiten – und desto wertvoller wird das Ergebnis.
Housekeeping vs. echtes Technical SEO
Ich unterscheide zwischen zwei Arten von technischer SEO-Arbeit.
Die erste Kategorie ist Housekeeping: fehlende H1-Titel, fehlende Meta-Titel, PageSpeed auf Seitenebene. Das sind Dinge, die du systematisch monitoren solltest. Im SEO-Sparring mit meinen Kunden bauen wir dafür Systeme, die das einmal im Monat automatisch analysieren. Das ist kein Audit, das ist Wartung.
Die zweite Kategorie ist echtes Technical SEO: Wie werden Elemente gerendert? Gibt es Probleme mit JavaScript-Setups? Crawlt der Google-Bot die falschen URLs? Gibt es noch Altbestände, die Probleme verursachen? Das sind Themen, bei denen man wirklich in die Tiefe gehen muss.
Ich habe heute einen LinkedIn-Post gesehen, der das Problem gut illustriert. Jemand schrieb, er habe bei einem Projekt nach einem Relaunch herausgefunden, dass 20% aller URLs auf "noindex" gestellt wurden. Nach dem Entfernen ging der Traffic wieder nach oben. Der Post war als Argument für die Bedeutung von Technical SEO gemeint. Aber ehrlich gesagt: Wenn 20% deiner URLs versehentlich auf noindex stehen und das niemandem auffällt, ist das kein Technical-SEO-Problem. Das ist ein Monitoring-Problem. Im Housekeeping ist da extrem viel schief gelaufen.
Die Frage nach dem ROI bei Technical SEO
Bei technischen Optimierungen musst du immer fragen: Was bringt es am Ende? Ich habe auch schon viel Zeit in Technical SEO investiert, weil es mir Spaß macht. FAQ-Boxen ohne JavaScript nur mit modernem CSS aufbauen zum Beispiel. Was es gebracht hat? Nichts Messbares.
Wenn eine Domain fundamentale Probleme hat – zum Beispiel weil Google gerade keine Content-Websites mag – dann bringen dir auch zehn Stunden Arbeit an FAQ-Boxen nichts. Man muss das immer ins Verhältnis setzen.
Vor ein paar Wochen gab es eine Aussage von einem Google-Mitarbeiter zu URL-Strukturen: Sie haben keine so krassen Auswirkungen aufs Ranking wie oft angenommen. Bei solchen Themen muss man sehr genau abwägen, wo man seine Zeit investiert.
SEO-Audits 2026: KI-Suchmaschinen im Blick
In 2026 kommt ein weiterer Faktor hinzu: KI-Suchmaschinen wie der Google KI-Modus, ChatGPT Search oder Perplexity verändern die Spielregeln. Hier macht es Sinn, die Seite grundlegend technisch zu überprüfen – aber mit einem erweiterten Fokus.
Klassisches Technical SEO fragt: Kann Google meine Inhalte crawlen und indexieren? Bei KI-Suchmaschinen kommt eine neue Dimension hinzu: Können KI-Systeme meine Inhalte verstehen, extrahieren und als Quelle zitieren?
Das bedeutet: Neben dem klassischen Audit solltest du gezielt die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit in KI-Suchmaschinen prüfen. Werden deine Inhalte in AI Overviews zitiert? Taucht deine Marke in ChatGPT-Antworten auf? Das sind neue Metriken, die 2026 relevant werden.
Fazit: Wann sich ein SEO-Audit lohnt
SEO-Audits sind weder pauschal sinnvoll noch pauschal Zeitverschwendung. Es kommt auf den Kontext an.
Ein oberflächliches Audit, das nur technische Fehler auflistet, kannst du dir sparen. Das machen Tools heute automatisch. Ein strategisches Audit mit konkreter Fragestellung kann hingegen echten Mehrwert liefern – vor allem nach Relaunches, bei Ranking-Verlusten oder wenn du den Verdacht auf technische Blockaden hast.
Wenn du über ein SEO-Audit nachdenkst, stell dir vorher diese Fragen: Was genau will ich herausfinden? Welche spezifischen Bereiche sollen analysiert werden? Was mache ich mit den Ergebnissen? Wenn du diese Fragen nicht beantworten kannst, ist ein Audit wahrscheinlich nicht das, was du brauchst. Dann brauchst du eine Strategie.
Zuletzt aktualisiert: 05.01.2026
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