AI Search wird zur Chefsache – Warum Unternehmen jetzt eigene GEO-Rollen aufbauen

In diesem Artikel erfährst du, warum Unternehmen jetzt eigene GEO-Rollen für AI Search aufbauen sollten. Du lernst, wie strategische Ownership, Content-Strategie und Monitoring deine Sichtbarkeit in der KI-Suche verbessern und dir einen Wettbewerbsvorteil sichern. Entdecke, warum proaktives Handeln jetzt entscheidend ist, um in der KI-Ära vorne zu bleiben.

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Jannik Lindner

Zuletzt aktualisiert am 03.02.2026

Veröffentlicht am 02.02.2026

Kategorien: AI Visibility/SEO
AI Search wird zur Chefsache – Warum Unternehmen jetzt eigene GEO-Rollen aufbauen
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Kurz & Knapp

  • Große Organisationen wie der SWR schaffen strategische Rollen für AI Search, um in KI-basierten Suchergebnissen sichtbar zu sein, statt nur abzuwarten.
  • Unternehmen sollten Ownership für KI-Sichtbarkeit klären, ihre Content-Strategie anpassen und regelmäßig den Status ihrer KI-Sichtbarkeit überwachen.
  • Wer jetzt Strukturen aufbaut, gewinnt einen Vorsprung in der KI-Suche, während reaktives Abwarten die Chancen auf Sichtbarkeit und Wettbewerbsvorteile kostet.

Letzte Woche scrollte ich durch LinkedIn und sah zwei Beiträge, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und die perfekt zeigen, wo der Markt gerade steht.

Der eine Post kam von einem erfahrenen SEO mit über 12 Jahren Erfahrung. Seine Frage: Wie sieht die Zukunft von Google und SEO aus? Er sprach von Unsicherheit, von der Sorge um Traffic, von Zweifeln an der Sinnhaftigkeit von Content-Produktion.

Der andere Post kam von Sarah Stein, Head of Search Experience beim SWR. Ihre Nachricht: Der SWR schreibt eine neue Stelle aus – AI Search Experience Specialist.

Auf der einen Seite Unsicherheit und offene Fragen. Auf der anderen Seite eine klare strategische Entscheidung. Beide Perspektiven sind legitim – aber eine davon schafft Fakten.

Große Organisationen bauen AI Search Rollen auf

Der Südwestrundfunk – eine der größten öffentlich-rechtlichen Medienanstalten Deutschlands – baut eine dedizierte Rolle für AI Search auf. Nicht als Praktikum, nicht als befristetes Projekt, sondern als strategische Position.

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Sarah Stein formuliert es in ihrem LinkedIn-Post so: Für öffentlich-rechtliche Medien ist das keine Tool-Frage, sondern eine Auftragsfrage.

Und genau hier liegt der Punkt: Es geht nicht darum, ob man ChatGPT oder Perplexity mag. Es geht darum, ob man in den Antworten vorkommt, die Millionen Menschen täglich erhalten.

Die SEO-Community ist gespalten

Der LinkedIn-Post des erfahrenen SEOs hat innerhalb von Stunden dutzende Kommentare generiert. Die Bandbreite der Reaktionen zeigt, wo der Markt steht.

  • Die Abwartenden: Da sind diejenigen, die sagen: Ich schaue mir an, was passiert und reagiere entsprechend – wie seit zwanzig Jahren.
  • Die Skeptiker: Da sind die Skeptiker, die den Hype um KI als übertrieben empfinden und auf offene urheberrechtliche Fragen verweisen.
  • Die Pragmatiker: Da sind die Pragmatiker, die sagen: Wer bisher schon gutes SEO gemacht hat, hat eigentlich kein Problem. SEO wird zu GEO, das ist keine Frage mehr.
  • Die Radikalen: Und da sind die Radikalen, die davon ausgehen, dass klassische Websites in wenigen Jahren obsolet werden.

Alle diese Perspektiven haben ihre Berechtigung. Aber während wir diskutieren, schaffen Organisationen wie der SWR Strukturen.

Was B2B-Unternehmen daraus lernen können

Du musst keine Stelle für AI Search Experience ausschreiben. Aber du brauchst Antworten auf drei Fragen.

Wer ist für KI-Sichtbarkeit verantwortlich?

In den meisten Unternehmen ist das Thema irgendwo zwischen SEO, Content und Marketing angesiedelt – also nirgendwo richtig. Solange niemand Ownership hat, passiert nichts Systematisches.

Wisst ihr, wie KI-Systeme euch beschreiben?

Hast du mal getestet, was ChatGPT über dein Unternehmen sagt? In welchen Kontexten du empfohlen wirst – und in welchen nicht? Die meisten Unternehmen kennen ihre Google-Rankings, aber nicht ihre KI-Sichtbarkeit.

Habt ihr eine Content-Strategie für KI-Suchen?

Klassisches SEO optimiert für Keywords. GEO optimiert für Kaufsituationen und Entscheidungskriterien. Das erfordert andere Formate, andere Strukturen, andere Workflows.

Warum Abwarten die teuerste Option ist

Ein Pragmatiker in der Diskussion bringt es auf den Punkt: Wer bisher schon gutes SEO gemacht hat, hat eigentlich kein Problem. Das stimmt – teilweise. Gute SEO-Grundlagen sind Voraussetzung für KI-Sichtbarkeit. Aber sie reichen nicht.

Der Einwand darauf ist entscheidend: Die Ergebnisse in ChatGPT oder AI Mode basieren nicht auf den klassischen SEO-Faktoren.

Genau das ist der Knackpunkt: Die Regeln ändern sich. Wer nur wartet, bis sie sich vollständig geklärt haben, verschenkt den First-Mover-Vorteil.

Bei meiner eigenen Software Rawshot sehe ich das täglich: 70-80% der qualifizierten Leads kommen über ChatGPT. Nicht weil wir das beste Domain Rating haben, sondern weil wir sehr spezifisch kommunizieren, für wen wir existieren.

Die praktische Roadmap für B2B-Unternehmen

Basierend auf meinen Beratungsprojekten hier die konkreten Schritte.

Schritt 1: Status-Quo-Analyse

Teste 10-20 relevante Prompts in ChatGPT, Perplexity und Google AI Mode. Dokumentiere, ob und wie dein Unternehmen erwähnt wird. Das dauert eine Stunde und gibt dir mehr Insights als jeder Tool-Report.

Schritt 2: Ownership klären

Definiere, wer im Unternehmen für KI-Sichtbarkeit verantwortlich ist. Das muss keine neue Stelle sein – aber es muss jemand sein, der das Thema systematisch verfolgt und vorantreibt.

Schritt 3: Kaufsituationen identifizieren

Arbeite heraus, in welchen konkreten Situationen potenzielle Kunden nach Lösungen wie deiner suchen. Nicht Keywords, sondern Kaufsituationen. Das erfordert Input aus Sales, Support und echten Kundengesprächen.

Schritt 4: Content-Strategie anpassen

Priorisiere Bottom-Funnel-Inhalte, die konkrete Kaufentscheidungen unterstützen. Zielgruppen-Seiten, Vergleichsinhalte, Use-Case-Dokumentationen. Diese Formate funktionieren in KI-Suchen besser als generische Ratgeber.

Schritt 5: Regelmäßig tracken

Setze ein einfaches Tracking auf – zunächst manuell, später mit Tools. Tracke themenzentriert, nicht keyword-basiert. Beobachte, wie sich deine Sichtbarkeit entwickelt.

Die strategische Perspektive

Der SWR stellt einen AI Search Specialist ein, weil sie verstanden haben: Sichtbarkeit in KI-Suchen ist kein Nice-to-have. Es ist existenziell für Organisationen, deren Wert auf Reichweite basiert.

Für B2B-Unternehmen gilt dasselbe Prinzip: Wenn potenzielle Kunden KI-Systeme fragen, welche Anbieter es für X gibt – und du nicht in der Antwort vorkommst – existierst du für diese Kunden nicht.

Die Frage ist nicht, ob du dich mit dem Thema beschäftigst. Die Frage ist, ob du es strategisch angehst oder reaktiv abwartest.

Wer jetzt Strukturen aufbaut, hat in 12 Monaten einen Vorsprung, der schwer aufzuholen ist.

Fazit

Die Frage "Werden alle SEOs zu GEOs?" ist berechtigt. Aber vielleicht ist sie falsch gestellt.

Die bessere Frage lautet: Wie stelle ich sicher, dass mein Unternehmen in den Antworten vorkommt, die meine Zielkunden von KI-Systemen erhalten?

Der SWR hat seine Antwort gefunden: Eine dedizierte Rolle, klare Ownership, strategische Priorität.

Deine Antwort muss nicht dieselbe sein. Aber du brauchst eine.

Zuletzt aktualisiert: 03.02.2026

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