SEO-Konzept entwickeln: So baue ich eine moderne SEO-Strategie (inklusive GEO)

In diesem Artikel erfährst du, wie du eine moderne SEO-Strategie für 2026 entwickelst. Du lernst, warum klassische Ansätze nicht mehr ausreichen und wie du KI-Suche sowie neue Technologien in deine Planung integrierst. Entdecke praktische Einblicke aus meinen Projekten und sichere dir einen Wettbewerbsvorteil. Jetzt mehr erfahren!

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Jannik Lindner

Zuletzt aktualisiert am 24.04.2026

Veröffentlicht am 18.05.2025

Kategorien: SEO
SEO-Konzept entwickeln: So baue ich eine moderne SEO-Strategie (inklusive GEO)
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Kurz & Knapp

  • Zukünftiges SEO erfordert die Verbindung von klassischem SEO und KI-Suche, um in personalisierten Suchkontexten sichtbar zu sein.
  • Erfolgreiche SEO-Strategien basieren auf Kaufsituationen, klarem Messaging und einer integrierten Ressourcenplanung, nicht nur auf Keywords.
  • Ein modernes SEO-Konzept sollte kontinuierliches Monitoring und GEO-Layer-Integration enthalten, um in dynamischen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ein SEO-Konzept ist 2026 etwas anderes als noch vor zwei Jahren. Wer heute ein Konzept entwickelt und dabei nur klassische Keyword-Listen, SERP-Analysen und technische Checklisten abarbeitet, wird zwar kurzfristig noch Rankings bekommen – aber er übersieht den Kanal, über den im B2B längst ein Großteil der Kaufrecherche läuft: KI-Suche. ChatGPT, Claude, Perplexity, Google AI Mode.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie ich ein SEO-Konzept heute aufbaue. Ich arbeite selbst als SEO-Berater und baue Strategien für B2B-Unternehmen, die in klassischer Suche und in KI-Suche sichtbar sein müssen. Die Beispiele kommen aus meinen eigenen Projekten – unter anderem aus Rawshot und CareerTrainer AI, wo aktuell geschätzt 70 bis 80 Prozent der qualifizierten Anfragen über KI-Suchmaschinen reinkommen.

Du bekommst hier keine generische Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie sie in jedem zweiten SEO-Blog steht. Ich beschreibe den Prozess, den ich tatsächlich nutze – inklusive der Fragen, die sich die meisten SEOs noch nicht stellen.

Warum ein SEO-Konzept 2026 anders aussieht

Das klassische SEO-Konzept hatte eine klare Logik: Keywords recherchieren, SERPs analysieren, Content nach diesen Mustern produzieren, technisch sauber ausliefern, Backlinks aufbauen. Dieses Playbook hat jahrelang funktioniert. Das Problem: Es hat zur Gleichschaltung geführt. Jedes Unternehmen hat die gleichen Keywords identifiziert, die gleichen SERP-Analysen gemacht und am Ende den gleichen generischen Content produziert.

Was sich jetzt ändert, ist nicht primär die Technik. Es ist der Kontext, in dem gesucht wird. Früher hat jemand "Projektmanagement Tools" bei Google eingegeben und eine Liste mit zehn Anbietern bekommen. Heute schreibt dieselbe Person bei ChatGPT: "Welches Projektmanagement-Tool eignet sich für uns, wir sind eine 15-Personen-Marketingagentur mit Fokus auf B2B-Kunden und arbeiten hauptsächlich remote?" Und ChatGPT liefert drei personalisierte Empfehlungen mit Begründung.

Die Implikation: Ein SEO-Konzept muss heute zwei Ebenen abdecken. Das Fundament – das ist im Kern klassisches SEO. Und den GEO-Layer – also die Sichtbarkeit in KI-Suchmaschinen. Wer nur das eine oder nur das andere macht, verliert. Die viel zitierte 80/20-Verteilung zwischen SEO und GEO (80 Prozent des Erfolgs kommt aus SEO-Fundament, 20 Prozent aus dedizierter GEO-Arbeit) ist aus meiner Sicht grob richtig, aber der GEO-Anteil wird in den nächsten Monaten größer.

Wie relevant ist KI-Suche in der DACH-Region wirklich?

Kurz: sehr relevant – besonders im B2B. Laut einer Bitkom-Studie aus Mai 2025 nutzen zwei Drittel der Deutschen ab 16 Jahren zumindest gelegentlich generative KI. In der Schweiz sind es laut Comparis und INNOFACT (April 2026) bereits 76 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. In Österreich verwendet mehr als die Hälfte KI mindestens einmal pro Woche.

Entscheidender für B2B-Entscheider sind aber die Zahlen zum Kaufprozess. Eine globale 6Sense-Studie zeigt: 94 Prozent der B2B-Käufer nutzen LLMs, um Lösungen zu recherchieren. Ende 2024 waren es laut Forrester noch 89 Prozent. Interessant dabei: Die KI-Nutzung peakt nicht in der Discovery-Phase, sondern eher in der Mitte der Buyer Journey – dort, wo Shortlists erstellt und Anbieter miteinander verglichen werden.

Und wie stark vertrauen Nutzer den KI-Empfehlungen? Eine Studie von Citation Labs mit Kevin Indig liefert eine Zahl, die mich beim ersten Lesen kurz innehalten ließ: 74 Prozent der Shortlists im Google AI Mode wurden direkt aus der KI-Ausgabe übernommen – ohne Überprüfung. In der klassischen Suche hat mehr als die Hälfte der Nutzer ihre Shortlist selbst aufgebaut. Accenture hat in einer Studie über 14 Länder hinweg (inkl. Deutschland) ergänzt: Jeder zweite Nutzer hat bereits mithilfe generativer KI eine Kaufentscheidung vorbereitet. Bei aktiven KI-Nutzern ist generative KI inzwischen die zweitwichtigste Quelle für Kaufempfehlungen – direkt nach dem persönlichen Expertengespräch.

Wenn du ein SEO-Konzept entwickelst und GEO nicht einplanst, baust du an einem Kanal vorbei, der in deinem Markt wahrscheinlich schon entscheidend ist.

Warum die meisten SEO-Konzepte scheitern – und was wirklich zählt

SEO-Kampagnen scheitern selten an der technischen Umsetzung. Sie scheitern an drei anderen Dingen: fehlender Strategie, fehlender Ressourcenplanung und fehlender Integration mit dem Rest des Unternehmens.

Das dritte Thema ist das unterschätzteste. Ich sehe es regelmäßig bei mittelständischen B2B-Unternehmen: Marketing und Sales leben in Silos. Marketing baut eine SEO-Strategie aus Keyword-Tools und Wettbewerbsanalysen – ohne jemals mit einem Vertriebler zu sprechen. Sales hört täglich, welche Probleme Interessenten wirklich haben und welche Wörter sie verwenden – und diese Informationen landen nirgends in der SEO-Strategie. Das Ergebnis: Content, der für Suchvolumen optimiert ist, aber an der echten Kaufsituation vorbeigeht.

Ein SEO-Konzept, das 2026 funktionieren soll, muss deshalb drei Fragen beantworten: Für welche Kaufsituationen wollen wir sichtbar sein (nicht nur: für welche Keywords)? Wie gut kennen wir die Sprache und die Prompts unserer Zielgruppe? Welche Ressourcen haben wir intern, um das konsequent umzusetzen?

Die Messbarkeit ist der vierte Baustein. Ein gutes Konzept definiert KPIs, die über reine Rankings hinausgehen: Klicks aus organischer Suche, Brand-Mentions in KI-Antworten, qualifizierte Leads aus organischen Kanälen, Wettbewerbsvergleich in KI-Ausgaben. Ohne diese Klammer wird aus dem Konzept ein Wunschzettel.

Die Bestandteile eines modernen SEO-Konzepts

Ein SEO-Konzept hat sechs Bausteine. Die ersten drei sind klassisches SEO-Handwerk. Die letzten drei sind der GEO-Layer, den 2026 kein Konzept mehr weglassen darf.

1. SEO-Audit: Ehrliche Bestandsaufnahme

Am Anfang steht ein Audit, das drei Dimensionen abdeckt: Technik (Ladezeiten, Mobile, Core Web Vitals, Crawlability), Content (Qualität, Keyword-Abdeckung, Aktualität) und Wettbewerb (Wer rankt, wer wird von KI empfohlen, wo sind Lücken).

Ein Aspekt wird in klassischen Audits oft übersehen: Server-Side Rendering. Viele KI-Crawler haben nicht die JavaScript-Kapazitäten, die ein Googlebot inzwischen hat. Wenn deine Inhalte nur nach JavaScript-Ausführung sichtbar sind, bist du für KI-Suchmaschinen oft unsichtbar. Meine Empfehlung: Inhalte ohne JavaScript zugänglich machen, egal wie modern dein Frontend-Stack ist.

2. Keyword-Strategie: Von Keywords zu Kaufsituationen

Keyword-Recherche bleibt wichtig, aber die Logik ändert sich. Im klassischen SEO hast du Keywords nach Suchvolumen priorisiert. Heute priorisierst du nach Kaufsituation. Eine Kaufsituation beschreibt einen konkreten Kontext, in dem jemand nach einer Lösung sucht – inklusive Rolle, Problem und Rahmenbedingungen.

Beispiel aus einem Kundenprojekt: Statt für das Keyword "Projektmanagement-Software" zu optimieren, arbeiten wir an der Kaufsituation "Marketing-Agentur mit 15 Mitarbeitern sucht Projektmanagement-Tool für Kundenprojekte mit mehreren Stakeholdern". Dafür erstellst du Content, der diese Situation explizit beschreibt – und der von KI-Systemen präzise einer Zielgruppe zugeordnet werden kann.

3. Keyword-Map: Das zentrale Strategiedokument

Die Keyword-Map verbindet alles. Sie zeigt die Website-Struktur, die Themen-Cluster, die bestehende Performance und die geplanten URLs. Bei B2B-Projekten erweitere ich die Map um eine Spalte: "Kaufsituationen und Prompts". Dort dokumentiere ich, welche natürlichen KI-Anfragen eine URL bedienen soll. Das zwingt zur Klarheit und macht spätere GEO-Optimierung messbar.

4. Prompt-Set und Kundenreise

Der erste GEO-Baustein ist ein synthetisches Prompt-Set. Du leitest aus deiner Kundenreise ab, was Leute realistisch bei ChatGPT eingeben würden. Das müssen nicht 500 Prompts sein – 30 bis 50 gut ausgearbeitete Prompts pro ICP reichen für ein solides Marktbild.

Wie kommst du an die richtigen Prompts? Drei Quellen: Erstgespräche und Sales-Calls (transkribieren und auswerten), interne Aufzeichnungen aus Customer Success und Support, sowie deine eigenen Daten – zum Beispiel die Fragen, die in der GSC auftauchen. Bei CareerTrainer frage ich in jedem Erstgespräch, wie die Person auf uns aufmerksam geworden ist. Nach zehn Gesprächen hast du Muster. Nach hundert hast du ein Prompt-Set, das echten Kaufsituationen entspricht.

5. Messaging und Positionierung für KI-Systeme

Das ist der Baustein, der kein reines Marketing-Thema mehr ist. Wenn dein Messaging auf der Website schwammig ist, kann auch ein LLM nicht präzise einordnen, wofür du stehst. Das gilt besonders im B2B, wo viele Unternehmen über Generalisten-Claims wie "Wir machen Sie erfolgreich in der Digitalisierung" nicht hinauskommen.

Für GEO brauchst du klare Antworten auf vier Fragen, prominent auf deiner Website:

  • Für welche Zielgruppe ist die Lösung konkret gemacht?
  • Welches Problem löst sie?
  • In welchen Situationen ist sie die richtige Wahl?
  • In welchen Situationen ist sie nicht die richtige Wahl?

Der letzte Punkt ist der wichtigste und der, den fast niemand macht. LLMs lieben Ausschlusskriterien, weil sie bei Empfehlungen Kontext brauchen. Wenn deine Seite klar sagt, für wen ihr nicht geeignet seid, empfiehlt dich das LLM präziser.

Konkrete Umsetzungselemente: Branchenpages mit klarem Fokus, ICP-spezifische Landingpages, Use-Case-Seiten pro Persona, Case Studies mit benannten Kontexten. Bei CareerTrainer haben wir Branchenpages wie "Vertriebstraining für Versicherungen" – nicht weil das Keyword hohes Suchvolumen hat, sondern weil diese Kombination eine echte Kaufsituation beschreibt.

6. Externe Validierung und Entitäts-Aufbau

LLMs stützen ihre Antworten auf externe Quellen. Drei Bereiche musst du aktiv bespielen:

  • Bewertungsplattformen und Verzeichnisse: Im B2B-SaaS-Bereich sind das G2, Capterra, OMR Reviews, Trusted. In Beratungsmärkten sind es Branchenverzeichnisse und Referenzportale.
  • Digital PR und Fachmedien: Gezielte Erwähnungen in Branchenmedien. Ein einzelner Beitrag im richtigen Fachmedium ist mehr wert als zehn generische Backlinks.
  • Entity-Arbeit: Wikipedia, Wikidata, konsistente Markennennungen, strukturierte Daten. Für Marken mit komplexer Geschichte lohnt sich eine sogenannte Grounding-Page nach dem llms.txt-Standard – ein Webstandard, den Jens Meiert und andere im DACH-Raum früh mitgeprägt haben und der LLMs einen klaren Einstiegspunkt für Markeninformationen liefert.

So entwickle ich ein SEO-Konzept: Der Prozess in sechs Schritten

Der folgende Prozess ist kein Dogma, aber er ist die Reihenfolge, in der ich tatsächlich arbeite. Abweichungen gibt es projektspezifisch – das Grundgerüst steht.

Schritt 1: Grundlagen und Analyse

Bevor du irgendwas planst, brauchst du einen ehrlichen Blick auf den Status quo. Dazu gehören ein technisches SEO-Audit, eine Analyse der aktuellen Rankings und Traffic-Quellen, eine Identifikation der wichtigsten Wettbewerber – und ergänzend eine erste GEO-Analyse: Für welche Prompts wirst du heute schon erwähnt? Für welche Prompts dominieren deine Wettbewerber?

Am Ende dieses Schritts stehen klare, messbare Ziele. Nicht "mehr Traffic", sondern: "500 zusätzliche qualifizierte Sessions pro Monat aus organischer Suche bis Q3" und "Erwähnung in mindestens 40 Prozent der für uns relevanten ChatGPT-Prompts bis Q4".

Schritt 2: Keyword-Recherche plus Kaufsituationen

Die klassische Keyword-Recherche (Volumen, Schwierigkeit, Intent) bleibt. Du ergänzt sie um zwei Elemente: erstens Kaufsituationen pro ICP, zweitens ein initiales Prompt-Set mit 30 bis 50 synthetischen Anfragen pro Zielgruppe. Beides fließt in die Keyword-Map ein.

Typischer Fehler: Volumen wird zum einzigen Priorisierungskriterium. Im B2B hat das aussichtsreichste Keyword oft 20 bis 200 monatliche Suchen – aber 50 Prozent Konvertierungsrelevanz. Genau diese Longtail-Kombinationen sind auch in GEO die interessantesten, weil sie konkrete Situationen beschreiben.

Schritt 3: Content-Strategie entwickeln

Jetzt definierst du, welche Content-Typen welche Kaufsituation bedienen. Ein typisches B2B-Mapping:

  • Branchen- und ICP-Landingpages: Bedienen spezifische Zielgruppen-Situationen. Klare Messaging, konkrete Use-Cases, Ausschlusskriterien.
  • Bottom-of-Funnel-Solution-Pages: Für explizite Kaufanfragen. Müssen sowohl für Google ranken als auch in KI-Vergleichsprompts auftauchen.
  • Hub- und Cluster-Content: Für thematische Autorität. Hier geht's um Breite und interne Verlinkung.
  • Case Studies: Mit benanntem Kontext (Branche, Unternehmensgröße, Ausgangssituation, Ergebnis). Doppelter Hebel – SEO und GEO.

Was nicht mehr funktioniert: generische "Was ist XY?"-Artikel ohne eigenen Blickwinkel. Diese Inhalte werden von KI-Overviews geschluckt, liefern keine Leads und positionieren dich als austauschbar.

Schritt 4: Technische Optimierung planen

Priorisierung der technischen To-dos. Bei B2B-Projekten habe ich in den letzten zwölf Monaten zwei Schwerpunkte regelmäßig gesehen: Core Web Vitals bei bildlastigen Branchen-Landingpages und Rendering-Probleme durch clientseitiges JavaScript. Beides sollte im Konzept klar adressiert sein, inklusive verantwortlicher Person und Zeitplan.

Neu dazugekommen: KI-Crawler-Management. Du entscheidest bewusst, welche KI-Crawler (GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended) du zulässt. In den meisten B2B-Kontexten ist meine Empfehlung klar: alle zulassen, um in den relevanten KI-Systemen sichtbar zu werden.

Schritt 5: Ressourcenplanung und Timeline

Die besten Konzepte scheitern an diesem Schritt. Ich sehe regelmäßig Strategien, die 30 neue Landingpages pro Quartal vorsehen – bei einem Team, das realistisch zwei pro Monat schafft.

Seriöse Ressourcenplanung heißt: Wer schreibt, wer redigiert, wer baut die Seiten technisch um, wer misst? Wenn ein Baustein nicht besetzt ist, wird er entweder gestrichen oder extern vergeben. Beides ist okay – unklar lassen ist das Problem.

Schritt 6: Monitoring und Anpassung

Monitoring hat in einem modernen SEO-Konzept zwei Ebenen. Die SEO-Ebene trackst du mit Google Search Console, ergänzt um ein Rank-Tracking-Tool. Für die GEO-Ebene brauchst du eigene Prompt-Tests – entweder manuell (30 Prompts pro Monat per ChatGPT im temporären Modus) oder toolgestützt über Anbieter wie Utterly AI, Peec AI oder Rank Scale.

Parallel empfiehlt sich Bot-Tracking, zum Beispiel über Microsoft Clarity oder Cloudflare-Logs. Du willst wissen, welche KI-Crawler wie oft auf deine Seiten zugreifen – das korreliert erfahrungsgemäß mit der späteren Sichtbarkeit.

Review-Zyklen: Ich empfehle monatliche KPI-Reviews, quartalsweise strategische Anpassungen. Bei schnell wachsenden Märkten auch häufiger.

Für wen ist ein modernes SEO-Konzept mit GEO-Layer entscheidend?

Nicht jedes Unternehmen muss heute aggressiv in GEO investieren. Meine Einordnung aus der Praxis:

Hohe Priorität: B2B-Tech und SaaS, Professional Services, Industrieanbieter mit erklärungsbedürftigen Produkten, Unternehmen mit langen Sales-Zyklen und mehreren Entscheidern. Hier recherchieren Buying Committees aktiv mit KI, oft über Werkstudenten, Juniors oder PMs, die den Markt screenen.

Mittlere Priorität: B2C in vergleichsintensiven Kategorien (Finanzen, Reisen, Energieversorger), Marken mit Gen-Z-Fokus, erklärungsbedürftige B2C-Produkte mit längerer Entscheidungsphase.

Niedrige Priorität (aktuell): Impulskäufe, Marktplatz-dominierte Kategorien, Zielgruppen, die traditionell direkt auf Plattformen wie Amazon oder idealo starten, sehr alte Zielgruppen. Aber: Google baut sich gerade zum KI-Assistenten um. Elizabeth Reid, Head of Search bei Google, hat öffentlich gesagt, dass der AI Mode die Default-Erfahrung werden wird – die Frage ist nur, wann. Auch Unternehmen in der aktuell niedrigen Priorität sollten das Thema auf dem Radar haben.

Typische Fehler bei der Konzept-Entwicklung

Zwei Dinge, die ich in fast jedem Audit sehe:

Konzept ohne Commitment. Die Strategie liegt als 40-seitiges PDF vor, aber niemand im Unternehmen hat Zeit, sie umzusetzen. Ein SEO-Konzept, das keine realistische Ressourcenzuteilung hat, ist kein Konzept, sondern ein Wunschzettel. Meine Regel: Lieber eine reduzierte Strategie mit zwei Initiativen, die sauber laufen, als zehn Initiativen, die halb liegen bleiben.

GEO als Bonus-Kapitel. Viele Agenturen ergänzen GEO als zusätzlichen Abschnitt am Ende des klassischen SEO-Konzepts. Das funktioniert nicht. GEO-Anforderungen – klare Kaufsituationen, Ausschlusskriterien, Entity-Arbeit, Prompt-Tracking – müssen den gesamten Prozess durchziehen, von der Keyword-Map bis zur Content-Produktion. Nachgelagert ist zu spät.

Fazit: Was ein SEO-Konzept 2026 leisten muss

Ein modernes SEO-Konzept ist nicht einfach ein Update der klassischen SEO-Methodik. Es ist eine Integration von zwei Kanälen – organische Suche und KI-Suche – in eine Strategie, die sich aus den Kaufsituationen deiner Zielgruppe ableitet.

Die drei wichtigsten Prinzipien: Erstens, ausgehend von Kaufsituationen denken, nicht von Keywords. Zweitens, Messaging und Positionierung als strategisches Fundament verstehen – nicht als Marketing-Übung. Drittens, Ressourcenplanung ernst nehmen.

Nächste Schritte

Wenn du jetzt an einem SEO-Konzept arbeitest, würde ich mit drei Dingen starten: eine ehrliche Ist-Analyse deiner aktuellen SEO- und GEO-Sichtbarkeit, ein erstes Prompt-Set mit 30 bis 50 realistischen Anfragen pro ICP, und eine Keyword-Map, die Kaufsituationen und Prompts explizit abbildet. Damit hast du in den ersten zwei Wochen die Grundlage, die in vielen "fertigen" SEO-Konzepten fehlt.

Wenn du das für dein Unternehmen einmal gemeinsam durchgehen willst, melde dich gerne direkt. Ich schaue mir in einem Erstgespräch konkret an, wo du stehst und welche Hebel in deinem Fall den größten Unterschied machen.

Zuletzt aktualisiert: 24.04.2026

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